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Montag, 28. Dezember 2015

Und hier ist er nun....

Wie auf Facebook schon angekündigt, habe ich die Applytree-Zeit nun hinter mir gelassen.
Am 20. August 2011 habe ich meinen ersten Blogbeitrag geschrieben.Und so viel ist seitdem geschehen :)

Sehen wir uns doch mal das grafische "Wunderwerk" von damals an :D

Von Vektorprogrammen hatte ich noch nicht recht viel Ahnung, obwohl ich es damals während meiner Studienzeit eigentlich gelernt hätte... aber man weiß ja, wie das ist. Da die Fotografenausbildung dann "dazwischen kam", habe ich mich nicht mehr damit beschäftigt und dann geraten solche Sachen auch ganz schnell wieder in Vergessenheit. Das oben zu sehende Hintergrundbild habe ich also mühsam via Photoshop-Pfadfunktionen zusammengeschustert ;)


Im Februar 2013 erfolgte dann das erste große Redesign und der typische Applytree-Ast entstand Schritt für Schritt. Besonders gut gefallen hat mir dabei die jahreszeitlich passende Umgestaltung. Die wird mir doch glatt etwas fehlen :) 

Ich habe länger mit dem Gedanken gespielt, mich - wie viele Kolleginnen - mit dem Nähen selbständig zu machen. Allerdings ist das in Österreich nicht gar so einfach, denn ich hätte dazu entweder Schneidermeisterin sein müssen, oder zu einer Prüfung antreten müssen, wozu ich auch nicht unbedingt Zeit, Lust und Geld hatte.  Von dem abgesehen, bin ich eigentlich nicht so die gewerbliche Näherin :D Ich schussel oft herum, bin ungenau und EIGENTLICH nähe ich nichtmal wirklich gerne ^^ Tatsächlich! Ich liebe es, meine Werke zu planen, Stoffe zu kaufen, zu kombinieren... sogar Schnitte zu kleben und der Zuschnitt stören mich nicht. Doch wenn erstmal alles geplant ist und das Design steht, ist der Rest für mich nur noch "lästige" Pflichtarbeit. Ich bräuchte also einen Partner, dem ich den Stapel zugeschnittene Stoffe + einen Entwurf rüber schiebe und anordne: "Da... näh!" :D Da ich so einen Partner leider nicht habe, bleibt alles an mir hängen... und ich weiß genau, es hätte mich wahnsinnig unter Druck gesetzt, wenn ich für den Verkauf genäht hätte.

Doch der Gedanke ans Gewerbe hat mich nie losgelassen... und so kam es, dass ich im Mai 2014 meine zwei Gewerbe als "Grafik- und Werbedesigner" und "Modedesigner" angemeldet habe. Und diesen Schritt habe ich bis heute nie bereut <3 Das ist es, was ich wirklich, wirklich gerne mache.

Im Sommer 2014 kam mein erster Schnitt auf den Markt - der unisex Strand- und Spieljumper "Jump 'n' Fun". Das war harte Arbeit ;) Ich habe noch nie so viele Modelle aus einem Schnitt genäht und seit dem Release des Schnittes habe ich ihn nicht mehr angerührt *lach* Das liegt aber auch daran, dass meine Tochter keine Jumpsuits mag (was ich sehr schade finde, sie stehen ihr nämlich wirklich gut!)

Für das Jahr 2015 war dann mein großes Ziel, ein eigenes, richtiges, käufliches Stoffdesign auf den Markt zu bringen. Einige Erfahrungen konnte ich zuvor schon bei Wettbewerben sammeln und so wurde ein Gewinnerdesign bei "Marions Wunderland" gedruckt und eines war über stoffschmie.de zum Druck verfügbar:



Doch ich wollte mehr! Ich wollte meinen Namen auf der Webkante sehen ;) Und so ergab sich eine Zusammenarbeit mit Evlis Needle <3 Izela gab mir die große Chance, einen Traum zu verwirklichen und so nahmen die Karussellpferde, die sich schon lange in meinem Kopf drehten, endlich Gestalt an :) Und es war ein voller Erfolg! Es war so schön, mal auf der anderen Seite eines Stoffhypes zu stehen :) Den eigenen Stoffentwurf als Gesuch und als ausverkaufte "Rarität" bezeichnet in einer großen Stoff-Gruppe auf Facebook zu sehen, macht einen schon sehr stolz. Mittlerweile wurde er übrigens nachproduziert und ist wieder verfügbar :)


Nun ja... und das war auch der Startschuss zu "Christina Josy Voss". Innerhalb des letzten halben Jahres hat sich Applytree immer mehr in den Hintergrund verabschiedet und vor einiger Zeit habe ich auch den (vor-)letzten Schritt gewagt und die FB-Fanpage umbenannt. 

Die Zeit mit Applytree war schön. Doch sie verkörpert für mich mehr die Anfangs- und Hobbyzeit. Nun wurde es Zeit "erwachsen" zu werden. Man entwickelt sich weiter - und das ist auch gut und wichtig so! Applytree wird natürlich bestehen bleiben. Mein Herz hängt an diesen Blogbeiträgen und es ist und bleibt ja auch ein Teil von mir. Außerdem sollen bestehende Verlinkungen im Netz ja nicht ins Leere führen :) 

Doch Neues gibt es in Zukunft nur mehr hier zu sehen. Wer weiß, wohin mein Weg mich führen wird? :) Ich habe sehr viel vor - unter anderem auf jeden Fall noch diverse weitere Stoffdesigns! Das ist mein großes Ziel und das ist auch der Bereich, der mir am allermeisten Spaß macht! Außerdem soll es einige Plottermotive geben, ich übe mich im Handzeichnen und Sketches zeichnen und ich möchte auch gerne ein paar Tutorials für euch auf die Beine stellen. Und auch die Schnitte sollen wieder etwas mehr in den Vordergrund rutschen. Ich habe da schon mindestens 2 Ideen, dich ich unbedingt umsetzen möchte. Nachdem ich mich 2015 darauf konzentriert habe, anderen zu Diensten zu sein, möchte ich mich im kommenden Jahr etwas mehr um mich und CJV kümmern ;)

Ich freue mich auf jeden, der mich auf diesem Weg begleiten möchte! 
Jetzt schon: Auf ein schönes, neues, erfolgreiches und tolles Jahr 2016!!
*prost* ;-)

Alles Liebe und Gute,




Mittwoch, 29. Oktober 2014

{Freebie} - Halloween Kürbis Plotterdatei

BUH!

Zu spät dran, oder keine Lust ein ganzes Halloween-Kostüm zu nähen?
Oder einfach ein kleines Pimp-Projekt gefällig? 
Hier habe ich 4 Kürbis-Varianten für euch :)


Ihr findet die gruseligen Freunde im svg und dfx Format HIER.

Viel Spaß und schönes Erschrecken,


Montag, 18. August 2014

{Tutorial} - Mugrugs

Heute möchte ich euch ein kleines Zwischendurchprojekt zeigen, das sich toll als Einweihungsgeschenk für Häuslebauer oder einfach als kleines Dankeschön eignet.

Dabei geht es um Mugrugs, oder einfach nur "Untersetzer" im Patchworkstil.


So Gefuzzel mit Stoffresten mag ich ja immer am Allerliebsten. Dabei wird zuerst stundenlang arrangiert, auch gern mal eine Weile liegen gelassen, später nochmal überarbeitet... bis alles passt. Das überlass ich natürlich ganz euch (unwillkürlich bunt sieht sicher auch total klasse aus!) und wie es nach der Stoffauswahl weiter geht, erkläre ich euch jetzt.




Viele bunte Webware-Reste
Unifarbene Webware als Rückseite
Fleece, Frottee oder ähnlich dicken Stoff als Füllmaterial
Vlies zur Stabilisierung
die üblichen Nähutensilien
einen Drucker zum Ausdrucken der Vorlage oder
Papier, falls ihr sie selbst aufzeichnen möchtet (die Maße findet ihr auf der Vorlage vermerkt)





Zuerst druckt ihr euch die Vorlage aus und schneidet die einzelnen Rechtecke aus.

Bitte beachten: Damit nachher alles zusammenpasst, ist hier eine Nahtzugabe von 1 cm bereits mit eingerechnet! Die Rechtecke sind mit den Ziffern von 1 bis 7 nummeriert und nach dieser Reihenfolge werden sie auch später zusammengenäht. Also 1 und 2. Dann dieses Teil mit Rechteck Nr. 3, etc. So entsteht nach und nach die Oberseite der Untersetzer, die dann auch bei jedem gleich aufgebaut ist.


Nun sucht ihr euch eure gewünschten Reststückchen für die Oberseite zusammen und schneidet diese mit Hilfe der Papierrechtecke zu. Falls ihr mehrere Untersetzer gleichzeitig zuschneiden wollt, macht euch am besten nummerierte Stapel, um danach nicht durcheinander zu kommen. Also alle Nr1-Rechtecke aufeinander, alle Nr2-Rechtecke zusammen, etc.

Jetzt fehlen noch die Rückseite, das Vlies und die Füllung. Auch diese werden ohne zusätzlicher Nahtzugabe zugeschnitten.

Dann gehts zur Nähmaschine. Legt Rechteck Nr 1 rechts  auf rechts auf R2 und näht eine der langen Kanten zusammen. Dreht das Gesamtstück um und macht mit R3 weiter. Achtet dabei darauf, dass ihr die Nahtzugaben der Nähte, die ihr kreuzt, auseinander faltet, so dass kein Wulst entsteht. Weniger geübte Näher können auch nach jeder Naht die Nahtzugaben auseinander bügeln und dann mit der nächsten Naht weiter machen. So arbeitet ihr euch nun bis zu R7 durch. Solltet ihr dazwischen nicht gebügelt haben, seid ihr spätestens jetzt an der Reihe ;) Achtet darauf, dass eure Oberseite überall so eben wie möglich ist.



Die Fülleinlage ist etwas kleiner als die restlichen Schichten, damit ein Aufplustern an den Kanten vermieden wird. Näht das Vlies mit einem großen "Z" direkt an die Füllung fest, damit sich später nichts verschiebt und der Untersetzer auch beim Waschen in Form bleibt. Die Füllschicht sollte hier mittig auf dem Vlies liegen.

So sehen eure Teile nun aus:


Genau in dieser Reihenfolge, wie hier auf dem Bild ersichtlich, legt ihr die Schichten nun aufeinander:
Unterseite mit Oberseite rechts auf rechts und darüber die Vlies/Füllschicht. Dann näht ihr einmal rundherum und lasst eine ausreichend große Wendeöffnung.


Schneidet die Ecken knapp an der Naht ab, wendet den Untersetzer und steppt die Naht knappkantig ab. Dabei wird auch gleich die Wendeöffnung verschlossen.

Am Ende könnt ihr den gesamten Untersetzer noch mit Geradstich oder Zierstichen absteppen, das hält die Schichten besser zusammen und sieht gut aus :)


Ich hoffe, die Anleitung hat euch gefallen und wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen.

Alles Liebe und Gute,


Mittwoch, 4. Juni 2014

{Schnittmuster} - Jump 'n' Fun


 "Jump 'n' Fun" ist ein Einteiler, der vorne bis zur Hüfte geknöpft wird und sowohl einlagig mit Belegen, als auch vollständig gefüttert genäht werden kann.

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Spieler zu schließen und die Saumabschlüsse zu gestalten. Die Kapuze kann mit Mittelstreifen, vorne umgeschlagen oder ganz simpel genäht werden, oder man lässt sie einfach ganz weg.


Wer noch Wickelkinder benäht oder Angst hat, das Kind könnte es nicht rechtzeitig zum WC schaffen, dem empfehle ich die Version mit der integrierten Schrittknopfleiste zu nähen.
Das Hosenteil des Jumpsuits kann zudem auch als eigenständige Hose genäht werden.


Der Schnitt umfasst die Einzelgrößen 62 bis 116 und wird in der beigefügten Anleitung ausführlich beschrieben. Der Jumper ist grundsätzlich auf dehnbare Stoffe (Jersey, Sweat, Frottee, Nicki…) ausgelegt, kann aber auch aus festen Stoffen wie Leinen, Jeans, etc genäht werden.


Es handelt sich hier um ein digitales Schnittmuster (E-Book) im pdf-Format und eine ausführliche, bebilderte Nähanleitung, ebenfalls im pdf-Format.

Österreichische Näherinnen bekommen den Schnitt auf Dawanda:

http://de.dawanda.com/product/63906851-schnittanleitung-jumpsuit-jump-n-fun-62-116
Näherinnen aus dem restlichen EU-Raum können den Schnitt bei Alles für Selbermacher

http://www.alles-fuer-selbermacher.de/index.php?route=product/product&product_id=13547


oder der Ebookeria kaufen
http://ebookeria.de/products/jumpnfun


Ich wünsche euch viel Spaß beim Nähen und freue mich auf Bilder von euren persönlichen Jump 'n' Funs! :)

Liebe Grüße,


Freitag, 20. Dezember 2013

{Tutorial} - Crazy Patchwork


Jetzt mal ehrlich.... bei mir stapeln sich die Stoffreste. Ich kann ja nichts wegwerfen ;) Besonders bei den amerikanischen Designern werde ich schwach - Riley Blake, Robert Kaufmann und Konsorten - wer kennt sie nicht? Mittlerweile habe ich eine ganze Schublade plus eine Blechschachtel voll kleinen und weniger kleinen Webware-Resten. Viel zu schade, um ihr Dasein dort im Dunkeln zu fristen. Daher ging es ihnen - oder einem kleinen Teil von ihnen - jetzt  mal an den Kragen.

Heute zeige ich euch, wie ihr mit Crazy Patchwork ein kleines Visitenkarten-Täschchen nähen könnt (natürlich könnt ihr auch eine Stifterolle, eine Kissenhülle oder - wenn ihr ein Jahresprojekt sucht - eine Bettwäsche nach der Anleitung nähen).

Ihr braucht dazu:
Jede Menge Stoffreste
Eine Schere und/oder einen Rollschneider
Bügeleisen und Bügelbrett
Eure Nähmaschine
Mut zum Mixen ;)


Ihr beginnt, indem ihr 2 Stücke rechts auf rechts legt und mit einem Geradstich zusammennäht. Überstehende Reste schneidet ihr einfach ab.


Danach nehmt ihr ein weiteres Stück, das mit der Kante halbwegs an eine des vorher genähten Stücks passt und näht das wiederum dran. Danach schnappt ihr euch ein Lineal und begradigt eure Kanten. Das geht am leichtesten mit einem Rollschneider. Alternativ zeichnet ihr euch mit einem Stoffmalstift eine Linie und schneidet es mit der Schere gerade.


In diesem Stil geht es dann fröhlich weiter. Zwischendurch immer brav bügeln, sonst verzieht sich das Werk und ihr bekommt Falten rein.


Da die Kanten immer länger werden, ergibt es sich, dass auch die benötigten Stoffstücke immer größer werden. Da Crazy Patchwork aber von der Vielfalt und dem Farb- und Mustermix lebt, nehme ich nach einer Zeit ein Patchworklineal (oder eine Schablone, oder auch einfach nur ein normales Lineal) und zerschneide mein vorher mühsam zusammengestückeltes Stück Stoff einfach wieder ;) Auf dem oberen Bild seht ihr 2 daraus entstandene Quadrate und das Reststück, an dem ich dann weiter gearbeitet habe, nachdem die Kanten wieder kürzer geworden sind.  Wenn ihr genügend solche Stücke geschnitten habt, könnt ihr sie zum finalen Stoffstück zusammenfügen.


Für mein Täschchen habe ich daraus dann 2 Rechtecke mit den Maßen 9x21 cm plus Nahtzugabe ausgeschnitten.


Diese Stücke legt ihr dann wiederum rechts auf rechts und näht einmal rundherum. Nicht vergessen: Wendeöffnung lassen! Durch diese wird das Ganze dann... ja.. richtig... gewendet ;) Danach steppt ihr die Naht nochmal von rechts ab und verschließt dabei auch gleich die Wendeöffnung.


Anschließend sucht ihr euch ein paar Visitenkarten und Kundenkarten zusammen, die bisher irgendwo lose herumgeflogen sind, weil sie in der Geldbörse keinen Platz mehr hatten ;) Diese legt ihr auf euer Stoff und klappt die Unterkante so weit nach oben, bis ihr mit der Position zufrieden seid. Steckt euch den Stoff mit Stecknadeln oder Quiltclips fest, entfernt die Karten und näht links und rechts an den Kanten entlang, so dass ein Täschchen entsteht. Diesen Schritt können geübte Näher auch gleich zusammen mit dem Absteppen und dem Schließen der Wendeöffnung erledigen.

Nun kommt noch der Verschluss dran. Ich habe mich hier für einen Kamsnap entschieden und diesen mit einem farblich passenden Blümchen hinterlegt. Ihr könnt aber auch einen normalen Druckknopf, Klettband oder ein Gummiband nehmen, das ihr in den Kanten fixiert und durch das ihr dann die Lasche zieht. Ganz, wie es euch gefällt.




Und hier ist es, das kunterbunte Unikat :)


Viel Spaß beim Nachnähen und einen schönen Tag wünsche ich euch,
liebe Grüße,



Samstag, 1. Juni 2013

Ladies, let me introduce you to...(5)


Ladies, let me introduce you to...



"kitzkatz design" 
 



Seit wann betreibst du deinen Blog/Shop und was findet man bei dir?

Mit dem Bloggen habe ich im Mai 2010 begonnen, 
mit dem Shop stehe ich gerade in der Eröffnungsphase. 

Was man bei mir findet? 
Im Shop hauptsächlich fröhlich bunte selbst genähte Kinderkleidung und in Zukunft vielleicht auch Malmappen, Kuscheltiere, Täschchen und regenbogenbunte Patchworksachen. 
Im Blog gibt es neben den selbst genähten Kindersachen auch ab und zu Anleitungen/Tutorials, die Rainbow Style Weeks zum gemeinsamen regenbogenbunten Werkeln, Selbstgemachtes für mich, DIY aus Holz und natürlich immer und immer wieder allerlei mit Katzen. 
 



Wie bist du auf deine Geschäftsidee gekommen und war es schwer, Fuß zu fassen?

Auf die Idee, meine Sachen nicht nur für die eigenen Kinder zu nähen, sondern auch zu verkaufen, bin ich gekommen, weil so viele Leute im Bekanntenkreis immer Aufträge für mich hatten und ich dem einen offiziellen und legalen Rahmen geben wollte. 
Aber wie das mit dem Fuß fassen geklappt hat, solltest du mich vielleicht dann in ein, zwei Jahren erst fragen … 




Erzählst du uns auch ein bisschen was über dich?

Ich heiße Kitzkatz, habe ein kuscheliges, flauschiges Fell und ein selbst genähtes Körbchen. 
Dort liege ich meistens und nähe … 
hm, nein. 

Ich heiße Anneliese, bin 40 Jahre alt, habe zwei Töchter, mindestens vier Katzen, ein paar Nähmaschinen und ein großes Regal mit viel Stoffchaos.
 In meinem Vor-Näh-Leben habe ich ein Übersetzerstudium für Französisch und Japanisch abgeschlossen und dazu eine Ausbildung für Markt- und Meinungsforschung absolviert. Nebenbei und danach habe ich bis zur Geburt meiner zweiten Tochter als Lektorin gearbeitet.

 Kreativ war ich schon immer gerne. Als Kind dachte ich aber eigentlich, dass ich Schriftstellerin werden möchte, als Teenager habe ich mich als Konzert-Cellistin gesehen, zwischendurch war ich ganz dem Malen mit Buntstiften verfallen und erst 2008 habe ich mit dem Nähen begonnen – eher zufällig, weil die liebe Bekannte, die vorher einige wunderschöne Stücke für meine Mädchen genäht hatte, gerade keine Zeit hatte, und ich deshalb probieren wollte, ob ich das nicht vielleicht doch auch selbst kann. Ich konnte nicht wirklich, aber das Feuer war entfacht, und so musste ich weitermachen.



Was war dein bisher aufwendigstes privates Projekt?

Hm, da gab es schon einige. 

Sehr aufwendig sind immer Quilts/Patchwork-Decken, da habe ich zuletzt für meine Schwiegermutter eine Regenbogen-Streifen-Decke und für mein großes kleines Mädchen eine Katzen-Decke genäht. 

Von den Shirts, die ja gewissermaßen mein Standard-Nähdings sind, war mit Abstand mein aufwendigstes das Haring-Shirt

Nicht genäht, aber ein enorm aufwendiges DIY-Projekt war im vergangenen Jahr unser Monster-Puppenhaus aus Holz.
 


Bist du auch schon mal gescheitert oder hast du eine lustige Anekdote für uns?

Hm, gescheitert bin ich natürlich zwischendurch schon oft, aber Aufgeben ist nicht so mein Ding. Geduld zähle ich eigentlich zu meinen Stärken und normalerweise bleibe ich an einer Sache so lange hartnäckig dran, bis ich sie durchgezogen habe. 

Beim Nähen komplett gescheitert bin ich deshalb eher selten, einmal im ersten Jahr habe ich eine „Alles dabei“-Tasche in den Mistkübel geworfen, weil sie so derart verkehrt zusammengenäht war, dass sie einfach nicht mehr zu retten war. Aber normalerweise trenne ich schon so lange und so oft auf, bis ein fertiges Teil herauskommt. Scheitern kann ich so aber trotzdem. 

Weihnachten 2011 habe ich zum Beispiel unbedingt beim „Weihnachtskleid Sew Along“ mitmachen wollen und mir sogar zwei Weihnachtskleider nähen wollen. Ich habe auch beide fertig bekommen (siehe oben – Hartnäckigkeit, Geduld … man könnte auch „Dickschädel“ sagen), aber wirklich gut ausgesehen haben sie beide nicht an mir, und, was der entscheidende Punkt ist: Ich habe keins der beiden je getragen, außer fürs Foto. Also gescheitert auf voller Linie, wenn man es genau nimmt. ;-) 
 



Was hast du für die Zukunft geplant?

In den nächsten Monaten möchte ich gerne meinen Webshop weiter ausbauen und außerdem bei einem Regal-Miet-Shop mitmachen – dieses Konzept gefällt mir nämlich besonders gut.

Außerdem möchte ich gerne weiterhin auch viel für mich selbst nähen, das macht mir in letzter Zeit besonders viel Spaß. Am Blog soll es auch in Zukunft immer wieder kostenlose Anleitungen geben (demnächst, möglichst noch im Juni, ein Tutorial für einen Stoff-Axolotl, dafür bekomme ich nämlich laufend Anfragen) und auch, wenn meine Leserinnen wieder Lust haben, im Spätsommer oder Herbst wieder eine Rainbow Style Week. Ideen hätte ich genug.  
 


Wie sieht dein perfekter Tag aus?

Er hat auf jeden Fall mehr als 24 Stunden, meine normalen Tage sind nämlich immer zu kurz.




Und zum Schluss: Wie lautet dein DIY-Motto?

Zuerst: Inspiration ist überall. 
Und dann, bei der Umsetzung: Geht nicht gibts nicht. 


 



Ich hoffe, euch gehts wie mir und ihr seid begeistert von Annelieses Kreativität und Talent! Besucht doch mal den Kitzkatz-Blog und lasst euch inspirieren. Dort wird es wirklich nie langweilig :)

Und zu kaufen gibts die original Kitzkatz-Designs auch und zwar hier! NOCH konnte ich widerstehen, aber das liegt daran, dass einfach noch nicht die passende Größe dabei war *lach*.


Liebe Grüße und bis bald,

Sonntag, 17. März 2013

{Tutorial} - Regenbogenrock

Lust auf Frühling? 
Heute habe ich einen regenbogenbunten Kinder-Patchworkrock im Programm, der garantiert Laune macht. Und kleine Webwarereste hat ja vermutlich jede Stoff-Freundin in diversen Laden und Kisten herumfliegen ;) Also... dann gehts denen mal an den Kragen!






Und so wirds gemacht: 

Zuerst wird der Bauchumfang des Kindes benötigt. Dazu messe bitte einen vorhandenen, passenden Rock am Bund ab und nimm diesen Wert doppelt oder miss direkt am Bauch des Kindes. Dazu gibst du noch 3 cm Naht- und Wachstumszugabe (lila Linie). Als zweiten Schritt muss man sich überlegen, wie viel größer der untere Rand werden soll. Ich habe mich für eine Verdoppelung entschieden, man kann es aber natürlich auch noch breiter machen, dann fliegt der Rock besser.

Wir vervielfachen also unsere lila Linie zur blauen Linie wie gewünscht. Danach berechnen wir die grüne und pinke Linie wie folgt:  
Pink = Lila + ((blau – lila) /3)
Grün = Blau – ((blau – lila) / 3)

In meinem Fall war das die Berechnung für eine Zweijährige:

Gemessene Bundweite eines Jeansrocks: 23,5 cm
Lila = 23,5x2 (da der Bund nur einfach gemessen wurde) = 47 + 3 cm NZG = 50 cm
Blau = 50x2 = 100 cm (gewählte Verbreiterung)
Pink = 50+((100-50)/3) = 50 + 16,65 = 66,65 cm
Grün = 100-((100-50)/2 = 100 – 16,65 = 83,35 cm

Die passende Rocklänge erhältst du, indem du den vorhandenen Rock abmisst oder wieder direkt am Kind misst.  Diesen Wert teile nun durch 3, das ergibt die Schnittteilhöhe ohne Zugaben. Danach teile für die waagrechten Schnittkanten deine oben berechneten Umfangwerte durch 8 und notiere diese. 

Nimm dir ein Blatt Papier und zeichne mittig eine senkrechte Mittellinie. 
Diese teilst du nun in der Höhe folgendermaßen ein: 

1. Abschnitt: Ein Drittel Rocklänge + 2 cm Saumzuschlag oben und  1 cm Nahtzugabe unten
2. Abschnitt: Ein Drittel Rocklänge + 1 cm Nahtzugabe oben und unten
3. Abschnitt: Ein Drittel Rocklänge + 1 cm Nahtzugabe oben und 2 cm Saumzuschlag unten 

Ziehe waagrechte Linien im rechten Winkel zur Mittellinie an diesen Punkten.
Das sieht nun so aus:

Nun gibst du noch je 1 cm links und rechts als Nahtzugabe dazu und schon kannst du deine Schnittteile ausschneiden. Beachte:  der Stoffzuschnitt erfolgt nun OHNE zusätzliche Nahtzugabe, da diese schon im Schnittmuster enthalten ist.
Ich habe meine Stoffe farblich so aufgeteilt:


Du beginnst nun mit einem der kleinen Teile und nähst das nächste senkrechte Teil rechts auf rechts an (Nr. 1). Danach das dritte Teil gleich dazu (Nr. 2). Und schon hast du ein Achtel des Oberrockes fertig ;) Nachdem du alle Bahnen des Rockes zusammengesetzt hast, kannst du diese ebenfalls rechts auf rechts aneinander fügen (siehe rote gestrichelte Linie). Am besten fertigst du dir vor dem Nähen eine kleine Skizze an, um nicht durcheinander zu kommen.

Herzlichen Glückwunsch, der Oberrock ist nun fertig.

Nun geht’s ans Füttern:

Ich habe dazu einen Vorhangstoff genommen ;-) Dazu habe ich den Stoff doppelt auf meine Schneidematte gelegt und den Oberrock als Schnittmuster genommen (einfach an den Stoffbruch gelegt). Unten habe ich 3 cm Nahtzugabe dazugegeben, weil ich wollte, dass der Futterstoff etwas hervorblitzt.

Dann schließt man das Futter rechts auf rechts zu einem Ring, wendet den Oberrock und steckt das Futter so hinein, dass die rechten Seiten wieder zueinander sehen (also die „unschöne“  Oberrock-Seite außen ist). Danach wird unten einmal rundherum genäht  und der Rock gewendet. Nun hat man oben noch eine offene Seite, die nun auch versäubert und geschlossen wird (entweder mit der Overlockmaschine, oder mittels Gerad- und Zickzackstich der normalen Nähmaschine). 

Nun ist der Rock fast fertig. Damit er auch richtig passt, nimmt man nun ein Gummiband und misst die gedehnte, passende Länge direkt am Kind ab und gibt 3 cm zu, die man zum Fixieren braucht. Der Rock wird oben passend nach innen eingeschlagen - besser etwas zu viel, als zu wenig, sonst passt am Ende das Gummiband nicht durch ;) – und mit einem Geradstich festgenäht. Dabei lässt man eine kleine Öffnung von ca. 2 cm, durch die man das Band einziehen kann. Das geht am besten mit einer kleinen Sicherheitsnadel, die man am Ende des Gummis festmacht. Diese kann man dann ziemlich leicht durch den Tunnel schieben. Wenn man durch ist, näht man die Enden zusammen. Dazu lappt man nun die zugegebenen cm übereinander und näht ein paar Mal per Hand oder mit der Maschine darüber. Danach wird die Einzugsöffnung noch verschlossen und schon ist es geschafft.

Ich habe bei meinem Rock noch eine Häkelborte am unteren Ende aufgenäht, aber das ist ja persönliche Geschmackssache ;)

Hier könnt ihr euch die gesamte Anleitung samt den Grafiken als pdf speichern.

Viel Erfolg und Spaß beim Nähen!

Liebe Grüße,